Blinder Glaube wider eigenständige Urteilsbildung und Unabhängigkeit

Die realen Auswirkungen von Weltbildern

Am 13./14. April 2019 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Der Guru“, der Heinz Grill als gefährlichen Sektenführer mit kriminellem Potenzial darstellt.1 Die Verfasser führen darin unter anderem einige kirchliche Stellungnahmen in das Feld. Sie schreiben: So hat das Erzbistum München-Freising schon vor 20 Jahren ein Hausverbot erlassen für Veranstaltungen, die in Bezug zur Lehre von Heinz Grill stehen, das Bistum Freiburg zog vor wenigen Jahren nach. Grills Ansichten seien mit dem christlich-menschlichen Weltbild der katholischen Kirche nicht vereinbar, teilen die Bistümer in ihren Amtsblättern mit. Und weiter heißt es: Das Erzbistum Freiburg etwa schreibt auf die SZ-Anfrage (…) dennoch sehr deutlich: Diese weltanschauliche Gruppierung könne „aus verschiedenen Gründen große Abhängigkeiten entstehen lassen. Dabei spielt der esoterische Zugang eine wichtige Rolle: Wer kritisch nachfragt, hat noch nicht genug Vertrauen oder noch nicht den Punkt der ‚Geistesschau‘ erreicht.“ Psychisch labile Menschen, die sich in Extremsituationen befinden, könnten so in ernste Schwierigkeiten kommen, ihre Lebenskrisen sich verstärken.

Das Weltbild der katholischen Kirche

Zunächst stellt sich für mich die Frage: Was versteht die katholische Kirche unter dem christlich-menschlichen Weltbild, mit dem die Ansichten von Heinz Grill nicht vereinbar sein sollen? Diesbezüglich ist es interessant, einmal einige wesentliche Grundlagen der katholischen Lehre anhand deren eigener Glaubensgrundsätze2 näher zu betrachten:

Der Mensch ist Sünder und nur innerhalb der katholischen Kirche gibt es Rettung

Gemäß der katholischen Lehre ist der Mensch von Geburt an mit der Erbsünde beladen. Er wird als Sünder geboren und damit er nicht der ewigen Verdammnis anheim fällt, benötigt er das Sakrament der Taufe.3 Diese muss bereits bald nach der Geburt erfolgen, denn wenn dies nicht der Fall ist und der Säugling sollte versterben, dann ist seine Seele für immer verloren. Damit legitimiert die katholische Kirche die Kindstaufe. Ganz allgemein ist für das Seelenheil des Menschen seine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche unabdingbar.4

Die katholische Kirche mit dem Papst an der Spitze ist die einzige legitimierte Nachfolgerin des Christus

Die katholische Kirche ist die alleinige Vertreterin der Wahrheit und des Seelenheils.5 Der Papst ist unfehlbar.6

Der Gläubige hat die Dogmen der katholischen Glaubenslehre zu glauben

Die gesamte katholische Glaubenslehre basiert auf einer Vielzahl von Dogmen. Dogmen sind unfehlbare Lehrsätze der katholischen Kirche, die der Gläubige in seiner Gesamtheit zu glauben hat.7 Hegt er einen Zweifel oder äußert er gar anderslautende Ansichten – auch wenn dies nur in Bezug auf ein einziges Dogma der Fall ist – , dann wird er aus der Kirche ausgeschlossen bzw. verdammt8.

Die Sakramente eines Priesters sind wirksam, unabhängig von dessen Charakter und Taten

Die Sakramente (Taufe, Eheschließung, …) sind kraft des Amtes wirksam. Hierbei ist es unbedeutend, welchen Charakter der Priester hat oder welche Taten er begangen hat. Auch wenn sich der Priester im Zustand der Todsünde befindet, ist das von ihm durchgeführte Sakrament voll gültig.9

Das Weltbild von Heinz Grill

Wie sind nun demgegenüber die Ansichten von Heinz Grill? Wer die Sichtweise von Heinz Grill näher kennen lernen möchte, dem ist das Buch „Übungen für die Seele“, in dem er wesentliche Grundlagen auf einfache Weise beschreibt, zu empfehlen. Auch das kürzlich auf youtube erschienene Interview „Mut zur individuellen Spiritualität“ von Götz Wittneben mit Heinz Grill enthält wesentliche Grundaussagen. Im Folgenden gehe ich auf einige wesentliche Aspekte ein:

Es gibt ein schöpferisches Potenzial im Individuum, unabhängig von religiösen Gruppen

Jeder Mensch trägt ein schöpferisches Potenzial in sich und dieses kann er in der Welt wirksam machen. Hierfür braucht es keine Zugehörigkeit in einer religiösen Gruppe, dies ist vielfach sogar hinderlich. In diesem Sinne gibt es auch keine Zugehörigkeit zum Neuen Yogawillen. Es steht jedem offen, sich bei Interesse nach freiem Willen damit auseinanderzusetzen.

Nicht blinder Glaube, sondern eigenständiges Denken

Der Mensch hat die Fähigkeit, sich selbst eine Anschauung und ein Urteil zu einer Sache zu bilden, auch in Bezug auf spirituelle Fragen. Der Einzelne kann sich kraft seines logischen Denkens in Verbindung mit einer objektiven Wahrnehmung dahingehend schulen, dass er schließlich ein reichhaltigeres Empfinden entwickelt, ob etwas wahr ist oder ob es nicht wahr ist. Und schließlich kann er dementsprechend auch seinen Willen in Handlungen wirksam machen. Diese Fähigkeit, eine Sache tiefergehend kennenzulernen und diese dann auch selbst zu beurteilen wird im Neuen Yogawillen auf ganz allgemeine Weise geschult. In diesem Zusammenhang betont Heinz Grill immer wieder, dass Kritik ausdrücklich erwünscht ist, da diese eine Möglichkeit für weitere Erkenntnisse eröffnet.

Der individuelle Charakter und die Taten des Einzelnen strahlen aus

Heinz Grill sieht den Charakter des Einzelnen und seine Taten als entscheidend dafür, ob jemand förderlich oder weniger förderlich für andere ausstrahlt. Es ist demnach nicht möglich, sich hinter Ritualen zu verstecken. Besondere Aufmerksamkeit ist dabei darauf zu richten, dass das Denken, das Fühlen und das Wollen übereinstimmen. Es kommt entscheidend darauf an, dass der Einzelne das, was er denkt oder sagt, auch dementsprechend in die Tat umsetzt. Die heute so weit verbreitete Spaltung zwischen Denken und Handeln sollte zunehmend in eine Verwandlung finden.

Wirkungen des katholischen Weltbildes

Schuldgefühle, Angst, Selbstwertminderung und Abhängigkeit

Legt man die oben ausgeführten Glaubenssätze der katholischen Kirche zugrunde, so wird sehr deutlich, dass hier mit Angst und Schuldgefühlen gearbeitet wird: der Mensch sei von Geburt an mit der Erbsünde behaftet, d.h. er ist nur allein durch die Tatsache des Geboren-Werdens Sünder. Dies mindert den Selbstwert des Menschen auf erhebliche Weise, was die psychische Stabilität ebenfalls erschwert. Der von der katholischen Kirche postulierten Gefahr, für immer verloren zu sein und in der ewigen Verdammnis zu schmoren, kann er nur mit seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche entrinnen. Der Einzelne wird somit für sein Seelenheil in eine Abhängigkeit von der Institution der katholischen Kirche geführt. Damit bekommt diese Institution Macht über den Menschen, und mit der Kindstaufe wird er aufgrund der bei den Eltern geschürten (häufig unbewusst bleibenden) Ängste bereits von der ersten Lebenszeit an ohne sein Einverständnis in diese eingegliedert.

Blinder Glaube, Autoritätsgehorsam, Selbstaufgabe und Abhängigkeit

Aufgrund der von der katholischen Kirche praktizierten Dogmatisierung der Glaubenslehre soll der Gläubige nicht selbst denken, sondern gemäß den Dogmen blind glauben, andernfalls wird er verdammt. Er soll unmündig bleiben. Es wird damit den Gläubigen ein Autoritätsgehorsam abverlangt. Durch die dogmatisch festgelegte – und damit ebenfalls unantastbare – Unfehlbarkeit des Papstes wird der Autoritätsgehorsam absolut gestellt. Das heißt, was der Papst sagt, ist immer und in jedem Fall richtig, nur aufgrund der Tatsache, dass er das Amt des Papstes innehat. Es handelt sich hierbei um eine irrationale Autorität, nicht um eine sachlich begründete.10 Die Menschen sind damit zur Selbstaufgabe gegenüber einer irrationalen Autorität bestimmt und sachliche Kritik ist per sé ausgeschlossen. Der Mensch wird zu einem unmündigen, abhängigen Wesen, das sich einer höheren Autorität zu unterwerfen hat, erklärt.

Charakterlosigkeit, Verantwortungslosigkeit, Spaltung zwischen Denken und Handeln

Die Glaubenslehre der katholischen Kirche, dass ein Sakrament unabhängig vom Charakter und den Handlungen des Priesters immer seine volle Gültigkeit hat, entbindet den Menschen aus seiner Verantwortung und fördert damit Verantwortungslosigkeit und Charakterlosigkeit. Ich habe größte Zweifel, dass ein Ritual, das abgespalten von dem Wesen des Menschen nur als reines Ritual durchgeführt wird, überhaupt irgendeine förderliche Wirkung haben kann. Es wird in diesem Fall im Menschen eine Spaltung zwischen seinem Denken und Handeln bzw. ein Widerspruch zwischen bloßen Lippenbekenntnissen und tatsächlichem Verhalten gefördert. Auch dies wirkt tendenziell destabilisierend auf die psychischen Verhältnisse.

Wirkungen des Weltbildes von Heinz Grill

Schöpferisches Potenzial, Selbstwert und Unabhängigkeit

Betrachtet man die Ansichten von Heinz Grill, so stellt man fest, dass hier eine Perspektive für den Menschen eröffnet wird: jeder Mensch trägt mit der Schöpferkraft ein Potenzial in sich, das es zu entfalten gilt und womit er etwas schaffen kann, das es bisher noch nicht gibt. Dies ist unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppierung oder der katholischen Kirche. Ist sich der Mensch der Möglichkeit seiner schöpferischen Kraft bewusst, so wird er nicht nur unabhängig, sondern auch sein Selbstwert wird entscheidend gefördert, was wiederum stabilisierend auf die psychischen Verhältnisse wirkt.

Eigenständige Urteilsbildung, Verantwortungsübernahme und Unabhängigkeit

Die von Heinz Grill so betonte Entwicklung eines eigenständiges Denkens und einer eigenständigen Urteilsfähigkeit macht den Menschen unabhängig von blindem Gehorsam und weniger manipulierbar. Der Mensch, der selbst Sachverhalte zu beurteilen vermag, ist mündig und übernimmt Verantwortung. Er entwickelt damit ein wesentlich stabileres Selbstbewusstsein, was wiederum stabilisierend auf die gesamte Psyche wirkt.

Moralität, Verantwortung, Integrität

Das von Heinz Grill angeregte Bewusstsein, dass der individuelle Charakter und die Taten des Einzelnen eine Ausstrahlung auf andere Menschen haben und dies entscheidender zu werten ist als bloße Worte oder Rituale, fördert die Moralität und Verantwortlichkeit des Einzelnen. Die von Heinz Grill betonte Übereinstimmung von Denken, Fühlen und Handeln des Menschen fördert die Integrität des Menschen. Dies wirkt immer stabilisierend auf die Psyche.

Anhand des Vergleichs dieser beiden Weltbilder wird deutlich, dass der Unterschied zwischen ihnen nicht größer sein könnte. Dass die katholische Kirche die Ansichten von Heinz Grill als unvereinbar mit ihrer Lehre sehen muss, ist nachvollziehbar. Es wird nämlich damit ihre Autorität und Macht, die sie über die Gläubigen ausübt, erheblich in Frage gestellt. Der Mensch befreit sich aus Angst und Schuldgefühlen und wird zum unabhängigen, eigenverantwortlichen Schöpfer seines Lebens. Dies widerspricht der katholischen Lehre auf fundamentale Weise!

Ist die Lehre von Heinz Grill also antichristlich?

Um diese Frage zu klären, ist es notwendig, eingehender zu prüfen, was genau „christlich“ ist. Liest man im Neuen Testament, welches die eigentlichen christlichen Überlieferungen enthält11, so findet man hier weder die Einsetzung einer Institution mit einem Papst, noch von Priestern12, noch findet man Taufrituale oder andere Sakramente. Jesus Christus sagt: „Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Luk 17, 21, aus: Luther 1912) Er sagt nicht, dass man hierfür einer Institution Kirche zugehörig sein muss oder einen Priester benötigt. Jesus Christus verkehrt besonders intensiv mit den „Sündern“ und macht ihnen keinerlei Schuldgefühle.

Jesus Christus vermittelt seinen Jüngern, dass sie über die gleichen, großen Fähigkeiten verfügen wie er. Er sagt ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun…“ (Joh. 14, 12, aus: Luther 1912) Er bezieht sich auf die schöpferischen Fähigkeiten, die jeder einzelne Mensch besitzt, und wie sie jeder selbstständig einsetzen kann. Es braucht hierfür keinen Priester oder Guru.

Er lehrt seine Jünger und es wird deutlich, dass er in immer wieder neuen Beschreibungen und Bildern zu ihnen spricht, wenn sie ihn nicht verstehen. Es ist deutlich zu bemerken, dass es ihm darum geht, dass sie ein Verständnis entwickeln. Er gibt auch keine Dogmen vor. Beispielsweise fragt er seine Jünger: „… Wer sagt denn ihr, dass ich sei?“ (Matthäus 16, 15, aus: Luther 1912) Hier wird deutlich, dass er seine Jünger darin förderte, dass sie sich selbst ein Urteil bildeten. Offene Kritik gegen ihn, schmettert er nicht ab, sondern er nutzt sie, um weitere Erkenntnisse aufzuzeigen.

Jesus Christus kritisiert mit schärfsten Worten die damalige Praxis der Pharisäer und Schriftgelehrten, die dem Volk eine Sache predigten, selbst aber das Gegenteil davon taten.13 Es zeigt sehr deutlich, dass ihm die Übereinstimmung von Denken oder Reden und Handeln sehr wichtig war, also die Integrität und Verantwortung des Menschen.

Jesus Christus spricht auch an keiner Stelle von einer ewigen Verdammnis. Mit scharfen Worten kritisiert er die Pharisäer und Schriftgelehrten und dass sie die entsprechende Ernte zu dem, was sie säen, erhalten werden. Das heißt, der Charakter und die Taten eines Menschen sind sehr wohl entscheidend. Aber es gibt nicht eine ewige Verdammnis: wenn der Mensch etwas Neues sät, dann wird er auch etwas Neues ernten.

Das überraschende Fazit

Die Diskrepanz der Aussagen des Neuen Testaments zur katholischen Glaubenslehre und die Nähe zur Lehre von Heinz Grill ist nicht zu übersehen. Die katholische Weltanschauung betont viele Elemente, die den christlichen Prinzipien, wie sie im Neuen Testament beschrieben sind, fundamental widersprechen. Die Prinzipien, die Heinz Grill vertritt und im Neuen Yogawillen zugrunde legt, sind in einer grundlegenden Übereinstimmung mit den christlichen Prinzipien. Er zeigt vielfältige Möglichkeiten auf, wie diese in eine praktisch-konkrete Umsetzung finden können.

Die Lehre von Heinz Grill widerspricht tatsächlich in wesentlichen Punkten der katholischen Lehre. Seine den christlichen Prinzipien entsprechenden Ansichten der individuellen Schöpferkraft des Menschen, der eigenständigen Urteilsbildung, der Bedeutung des Charakters des Menschen und der Übereinstimmung von Denken und Handeln fördern jedoch – entgegen den Angaben der kirchlichen Stellen – gerade die Unabhängigkeit und psychische Stabilität des Menschen.

Die genauere Überprüfung der Zusammenhänge zeigt: die von den Verfassern im Zeitungsartikel angeführte Argumentation von katholischen Kirchenstellen beruht auf einer Projektion der Abhängigkeit fördernden, Angst einflößenden und tendenziell psychisch destabilisierenden Wirkungen des katholischen Weltbildes auf die geradezu gegenteilig wirkenden, Perspektiven eröffnenden und den Menschen zu seinen schöpferischen Fähigkeiten erhebenden Ansichten von Heinz Grill.

Hätten die Journalisten ihre Recherche wirklich fundiert und wissenschaftlichen Kriterien entsprechend vorgenommen und die in ihrem Artikel zitierten Aussagen der Kirche nicht nur im „blinden Glauben“ übernommen, wäre ihnen diese Erkenntnis nicht entgangen. Ebenso hätten sie die Absurdität der von ihnen offensichtlich blindlings übernommenen Behauptungen der Ärztin Christine B. und deren Rechtsnachfolger, auf denen der gesamte Zeitungsartikel größtenteils beruht, nicht ignorieren können.


1Genauere Ausführungen zu dem fast ausschließlich auf Verleumdungen und Vermutungen ohne Tatsachengrundlagen beruhenden Artikel sind auf http://mensch-und-individualitaet.de/journalismus/rufmord-in-der-sueddeutschen-zeitung/ nachzulesen.

2Weitere Informationen zu der heute gültigen katholischen Glaubenslehre und dem damit verbundenen Weltbild sind in dem Buch „Die neue Inquisition. Sektenjagd in Deutschland“ von Hubertus Mynarek, NIBE-Verlag, zu finden. Auf der Internetseite www.theologe.de, Titel 18, ist eine Auswahl der wichtigsten noch heute gültigen Dogmen der katholischen Kirche veröffentlicht.

3Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „356 – Wer leugnet, dass die neugeborenen Kinder getauft werden müssen, … der sei ausgeschlossen … Denn was der Apostel gesagt hat: „Durch den einen Menschen ist die Sünde in die Welt eingetreten und durch die Sünde der Tod, und so kam der Tod über alle Menschen, in ihm haben alle gesündigt“ (Röm 5, 12), das darf man nicht anders verstehen, als wie es die katholische Kirche, die überall verbreitet ist, immer verstanden hat. Wegen dieser Glaubensregel nämlich werden nach apostolischer Überlieferung auch die Kinder, die selbst noch keinerlei Sünden begehen konnten, deshalb wahrhaft zur Vergebung der Sünden getauft, damit in ihnen durch die Wiedergeburt gereinigt werde, was ihnen durch die Zeugung anhaftet [Anmerkung = die Erbsünde].“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

4Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „381–[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

5Der Begriff „katholisch“ heißt übersetzt „die ganze Erde umfassend“ und ein diesbezügliches Dogma lautet: „434 – Wir bestimmen, dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat …“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

6Mit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) wurde im 20. Jahrhundert die Unfehlbarkeit des Papstes bestätigt und diese Unfehlbarkeit sogar noch auf die Bischöfe ausgeweitet.

7Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „85 – Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen.“ und „49 – Wer sagt, die Menschenvernunft sei so unabhängig, dass ihr der Glaube nicht von Gott befohlen werden könne, der sei ausgeschlossen.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

8Auf www.theologe.de, Titel 18, findet sich eine genauere Erklärung hierzu: “Die dabei in den Dogmen bzw. Lehrsätzen bzw. Glaubenswahrheiten meist verwendete Formulierung „der sei ausgeschlossen“ ist eine abgemilderte Übersetzung des Originals, der mithilfe des griechischen Wortes „anáthema“ (= Fluch, Verfluchung) gebildeten lateinischen Formulierung „anáthema sit“. Diese heißt wörtlich „der sei verdammt“ bzw. „der sei verflucht“. In älteren Quellen, die im Original statt in Latein in Griechisch formuliert sind, lautet der Fluch ausschließlich in Griechisch formuliert „anáthema ésto“. Der „Ausgeschlossene“ bzw. „Verfluchte“ muss nach römisch-katholischer Lehre nach seinem Tod für alle Zeit und Ewigkeiten die Hölle erleiden, und zwar ohne Aussicht auf Besserung oder Milderung, weil er den im Lehrsatz genannten Aspekt der katholischen Lehre zu Lebzeiten nicht für wahr halten konnte.“

9Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „669 – Wer sagt, die Priester, die im Stand der Todsünde sind [Anmerkung: also wenn – um einmal ein zugespitztes Beispiel zu bringen – ein Priester unmittelbar vor einer von ihm gegebenen „sakramentalen Lossprechung“ etwa ein Kind vergewaltigt hat], hätten nicht die Vollmacht, zu binden und zu lösen, … der sei ausgeschlossen.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

10Eine sachlich begründete Autorität wäre zum Beispiel dann gegeben, wenn eine Person sich durch eine besonders entwickelte Fachkunde in Bezug auf einen Sachverhalt auszeichnet. Selbst in einem solchen Fall könnte man nicht von einer Unfehlbarkeit sprechen, da ein Mensch immer irren kann. Die katholische Kirche stellt in Bezug auf den Papst jedoch auf eine Autorität kraft des verliehenen Amtes ab, was keinerlei sachlichen Bezug zu Glaubensfragen hat und damit irrational ist.

11Das Alte Testament ist der vorchristlichen Zeit zuzurechnen.

12An folgender Stelle z.B. wird deutlich, dass Priester als Vermittler nicht im Sinne von Jesus Christus sind: „… 7 und haben’s gern, daß sie gegrüßt werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden. 8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder. 9 Und sollt niemand Vater heißen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10 Und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen; denn einer ist euer Meister, Christus. 11“ (Matthäus 23, aus: Luther 1912).

13Auszug aus den Weherufen gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten: „1 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern 2 und sprach: Auf Mose’s Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 3 Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollt, das haltet und tut’s; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun: sie sagen’s wohl, und tun’s nicht. 4 Sie binden aber schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie selbst wollen dieselben nicht mit einem Finger regen. (…) 27 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats! 28 Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.“ (Matthäus 23, aus: Luther 1912)

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