Was macht einen guten Yogalehrer aus?

Der Fall von Murat Ö.

Einmal knallte mir Christine B. während eines Gespräches (es war einige Zeit nach dem Ende der Yogalehrerausbildung) völlig unvermittelt Folgendes hin: „Aus dem Murat wird nie ein guter Yogalehrer.“ Murat Ö. war einer meiner Kollegen in der Yogalehrerausbildung bei Christine B. gewesen, der sich dadurch auszeichnete, dass er sehr ernsthaft den Beruf des Yogalehrers aufbaute, ein klares, geordnetes und empathisches Beziehungsverhältnis zu seinen Schülern herstellte und darauf achtete diese in ihrer Entwicklung anzuregen und zu fördern. Ich war völlig überrumpelt und konnte mir diese Aussage überhaupt nicht erklären, so fragte ich nach, wie sie das denn meinte. Ihre lapidare Antwort war: „Weil er alles miteinander vermischt.“

Dies ist ein Beispiel, wie Christine B. ihren Zerstörungswillen gegenüber einem Menschen wirksam machte. Auf den ersten Blick scheint es relativ harmlos zu sein. Bei genauerem Hinsehen, dies werde ich weiter unten noch ausführen, wird man bemerken, dass dies alles andere als harmlos ist. Sie war jedenfalls Spezialistin darin (wenn sie meiner Erfahrung nach auch sonst keinerlei Fachkunde besaß), die besonderen Fähigkeiten eines Menschen instinktiv zu erkennen, um ihn dann gezielt zu schädigen, indem sie die Fähigkeit in Abrede stellte, schlecht machte, als krank brandmarkte u.a.

Zum Zeitpunkt dieses Gespräches stand ich nach der bei ihr durchlaufenen Ausbildung noch völlig unter dem autoritativen Bann von Christine B., so kam ich nicht auf die Idee, ihre Worte auch nur ansatzweise in Zweifel zu ziehen. Ich wunderte mich nur, weil ich es nicht verstehen konnte, nahm das aber so hin. Gleichzeitig fühlte ich mich untergründig geehrt, von meiner ehemaligen Ausbildungsleiterin so in das enge Vertrauen gezogen zu werden, und bekam das kaum merkliche Gefühl, dass aus mir ja schon eine gute Yogalehrerin werden würde. Wie ich im Rückblick feststellen konnte, hatte ich fortan Mühe, Murat unbefangen zu begegnen und es entwickelte sich eine gewisse angespannte Stimmung zwischen uns, die ich mir lange nicht erklären konnte, weil ich sie nicht mit diesem Geschehen in einen Zusammenhang brachte. Ich hatte Murat und seine Fähigkeiten im Yoga bis dahin immer sehr geschätzt, nun hatte ich plötzlich Zweifel daran, wenn ich ihm begegnete. Die Aussage von Christine B. jedoch war zu dieser Zeit bereits ins Unbewusste hinabgesunken. Murat selbst hatte jahrelang immer wieder mit schwersten Selbstwerteinbrüchen bezüglich seiner Fähigkeit als Yogalehrer zu kämpfen.

Erst viele Jahre später, als ich mich im Zuge der Aufarbeitung wieder an diese Aussage meiner ehemaligen Ausbildungsleiterin erinnerte, wurde mir klar, was für eine Brutalität und Bösartigkeit in diesen Worten lag, und was Christine B. damit bezweckte.

Diese Feststellung schließt mit dem „nie“ jegliche Entwicklung aus und zerstört damit auch jede Perspektive für die Zukunft. Diese Aussage hat somit einen vernichtenden Charakter, was den Grundregeln einer jeden Pädagogik widerspricht. Dazu kommt, dass es sich um eine Lüge handelte, Murat war bereits zu dieser Zeit ein Yogalehrer, der sich eine gute Fachkunde erworben hatte, welche er über die folgenden Jahre stetig vertiefte und erweiterte.

Christine B. selbst hingegen war nicht einmal Yogalehrerin, denn sie hatte entgegen ihren vorsätzlich falschen Behauptungen nie eine Yogalehrerausbildung absolviert und hatte deshalb auch keinerlei Fachkunde. Um ihre fehlende Fachkunde zu vertuschen, hatte sie in der Yogalehrerausbildung ihre beiden Dozentinnen Gerlinde B. und Erika B. die Yogapraxis durchführen lassen, und sie selbst war vorwiegend für die medizinischen Themen, die gruppentherapeutische Biografiearbeit und das Mantra-Singen „zuständig“. Auch hier fehlte jegliche Fachkunde, obwohl sie Ärztin und Psychotherapeutin war. Anatomie und Physiologie tat sie beispielsweise ab, indem sie sagte, das sei zu materialistisch, und leitete sofort über zu allerlei verschiedenen Gebieten, die sie kunterbunt miteinander vermischte: Esoterik (v.a. Sai Baba, Osho), Astrologie, Psychologie, etc. Wobei ich aus heutiger Sicht sagen kann, dass sie auch auf diesen Gebieten keinerlei Fachkunde besaß.

Wenn man zum Beispiel, wie sie es immer wieder machte, die Individuation bei C.G. Jung gleichsetzt mit der Individuation, wie Heinz Grill sie vertritt, dann versteht man weder etwas von C.G. Jung noch von Heinz Grill. Es handelt sich um etwas völlig Gegenteiliges. Damals kannte ich die Psychologie von C.G. Jung gar nicht, den Yoga von Heinz Grill nur in ersten Zügen, und so konnte ich damals nur glauben, was uns die Ausbildungsleiterin Christine B. diesbezüglich erzählte.

Das ganze Gemisch ergänzte sie u.a. noch mit zahlreichen Intimitäten von Patienten (vielfach unter Verletzung der Schweigepflicht) und schlechtem Gerede über ihre Familienmitglieder, was sie als Fallbeispiele zu Lernzwecken tarnte. Die gruppentherapeutische Biografiearbeit, die von Christine B. für alle Ausbildungsteilnehmer verpflichtend gemacht und mit einem bunten Gemisch von ihren pseudo-esoterischen und pseudo-fachlichen Kommentaren und Deutungen kommentiert wurde, entbehrte nicht nur jeder fachlichen Grundlage, sondern hatte sogar schwer traumatisierende Folgen.

Die Aussage „Aus dem Murat wird nie ein guter Yogalehrer, weil er alles miteinander vermischt.“ ist die reinste Projektion ihrer eigenen Verhältnisse auf meinen Ausbildungskollegen. Mit dieser Projektion wertete Christine B. Murat hinter seinem Rücken auf extreme Weise ab und verschaffte sich damit für sich selbst eine Aufwertung. Indem sie mich als Ausbildungskollegin mit dieser abwertenden Lüge in das Vertrauen zog, schuf sie auf Kosten von Murat ein heimliches Bündnis zwischen ihr und mir und eine kaum mehr überwindbare Spaltung zu meinem Ausbildungskollegen. Erst als ich mich an diese Aussage wieder erinnerte und mit Murat darüber sprach, entspannte sich das Verhältnis zwischen uns wieder.

Es war nicht eine Ausnahme, sondern es war die Regel, dass Christine B. solch abwertende, verleumderische und vielfach sogar die Schweigepflicht verletzende Aussagen über verschiedenste Personen, entweder in deren Anwesenheit oder hinter deren Rücken, gegenüber Dritten tätigte. Hier seien einige aufgezählt, damit sich der Leser einen Eindruck verschaffen kann:

  • „Ein Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt, ist in einem früheren Leben ein Nazi gewesen. Die Behinderung ist eine karmische Folge.“ In unserem Ausbildungskurs gab es zwei Teilnehmerinnen, die ein behindertes Kind hatten.
  • Über den Vater einer Teilnehmerin: „Dein Vater hat eine Bypass-OP gebraucht, weil er ein sehr schlechtes Herzzentrum hat.“
  • Über eine Teilnehmerin, die einen ausländischen Freund hatte: „Ihr Freund ist nicht für sie geeignet, weil er als Ausländer einer niedrigeren Genetik angehört und sie nur in die Sexualität hinunterzieht.“
  • Zu einer Teilnehmerin, die Kritik gegenüber Christine Bornschein äußerte: „Du musst erst einmal deinen Egoismus überwinden. Übe dich in Schweigen, bis das eingetreten ist.“ usw.

Neben der gezielten Abwertung kommt in diesen wenigen Aussagen sehr deutlich die rassistische, männerfeindliche und gegenüber Kritik erhabene, guru-artige Haltung von Christine B. zum Ausdruck.

Als Ärztin und Psychotherapeutin wusste sie sehr genau, welche schwächenden, beziehungsspaltenden bis hin zu krankmachenden Wirkungen mit solchen abwertenden, verleumderischen und / oder die Schweigepflicht verletzenden Aussagen – umso mehr wenn dies noch hinter dem Rücken der betroffenen Person geschieht – verbunden sind. Nach meinen umfangreichen Recherchen komme ich zu dem Ergebnis, dass sie dies vorsätzlich eingesetzt hat, um Patienten und Schüler gezielt zu schädigen, Macht über sie zu gewinnen und sie in eine Abhängigkeit zu ihr zu bringen.

Warum waren die Worte von Christine B. in ihren schädigenden Auswirkungen so besonders wirkungsvoll? Ein wesentlicher Grund ist sicherlich die gezielte Zerstörungsabsicht, die dem zugrunde lag (darauf werde ich weiter unten in Bezug auf die Intervention in Partnerschaften noch näher eingehen). Zum anderen blieb es vielfach nicht bei einer Abwertung, Verleumdung oder Schweigepflichtverletzung, es folgten weitere. Ganz besonders wenn Christine B. mit einer Person ein „Problem“ hatte, weil diese ihr gegenüber Kritik geäußert hatte oder weil sie eine besondere Fähigkeit hatte, dann polte sie das ganze soziale Umfeld dieser Person mit weiteren Verleumdungen und Intrigen in ein destruktives Umfeld um, so dass diese Person am Ende völlig isoliert dastand. Und sie machte so lange weiter, bis sie ihr Ziel erreicht hatte.

Hatte die Person eine Partnerschaft oder Ehe, so intervenierte sie auch in diese intimste Beziehung, um sie zu spalten. Sie sagte beispielsweise zur Frau, aus ihrem Horoskop ginge hervor, dass sie sich leicht für die Ziele von anderen vor deren Karren spannen ließe und dass sie hier besonders gegenüber ihrem Freund aufpassen müsse. So eine Aussage bringt eine Spaltung in die Beziehung und ist somit wie ein ständig wirkendes heimliches Gift. Die Frau kann nun unweigerlich nicht mehr unbefangen auf ihren Freund zugehen, sondern strahlt untergründig ein Misstrauen gegenüber ihm aus. Ich denke, das hängt insbesondere damit zusammen, dass man den eigentlichen Zerstörungswillen, der mit dieser Aussage verknüpft ist, nicht bemerkt, denn man glaubt ja, die Yogalehrerin oder die Ärztin meine es gut mit einem. Unbewusst entsteht jedoch eine Abwehr gegen dieses unsichtbare Gift, die sich aber fälschlich gegen den Partner richtet: bei allen möglichen Situationen bekommt die Frau nun das Gefühl, ihr Partner würde sie ausnutzen. Auf diese Weise konnte Christine B. sicher sein, dass das Paar innerhalb kürzester Zeit von einem Konflikt in den anderen geriet und es im „besten“ Fall sogar zur Trennung kam. Die Trennung war deshalb der beste Fall für Christine B., denn je isolierter ein Mensch im Leben steht, desto leichter ist er angreifbar und desto leichter ist er auch in Abhängigkeit zu bringen. Und zudem konnte sie auch damit rechnen, dass die Betroffene noch mehrere Therapiestunden bei ihr nahm, um die Beziehungsprobleme zu lösen.

Murat Ö. wurde von Christine B. zu einem späteren Zeitpunkt auf extreme Weise verhetzt, als er sich um die Aufarbeitung der durch die Aufklärung ihrer Tochter Cornelia bekanntgewordenen Missstände in der ärztlichen Tätigkeit von Christine B. bemühte. Christine B. bezeichnete ihn als ihren Todfeind. Murat litt zunehmend unter erheblichen gesundheitlichen Beschwerden und verstarb 2014 sehr plötzlich. Ein Zusammenhang dieser extremen gesundheitlichen Schwächung mit dem jahrelangen Hass und den Angriffen von Christine B. ist meiner Meinung nach nicht von der Hand zu weisen. Vom Mobbing ist bekannt, dass es zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Hier handelt es sich um eine jahrelang betriebene Extremform des Mobbing.