Was ist der Grund für die Angriffe gegen Heinz Grill?

Angriffe entbehren sachlicher Argumente und sind gegen die Person gerichtet

Es ist immer wieder auffällig, dass bestimmte Menschen auf schärfste Weise angegriffen werden. Derlei Angriffe finden häufig statt, wenn Besitzansprüche, Alleinansprüche auf Wahrheit und Recht seitens herrschender Personen oder Institutionen und Systeme kritisch betrachtet und in Frage gestellt werden und diese ihre Vorherrschaft bedroht sehen. Mit der Bezeichnung „Angriffe“ ist nicht sachlich oder fachlich begründete Kritik gemeint. Vielmehr ist gerade der Mangel an sachlich nachvollziehbaren Argumenten charakteristisch für solche Angriffe. Stattdessen sind die Angriffe geprägt von diskreditierenden Verleumdungen und Diffamierungen gegenüber der Person wie beispielsweise „Verschwörungstheoretiker“, „rechter Esoteriker“, „Diktator“, „Populist“, „Sektenführer“ usw.

Churchills Angriff gegen Gandhi

Ein interessantes Beispiel, das geschichtlich schon einige Zeit zurück liegt, ist mit dem weltweit bekannten indischen Freiheitskämpfer und Rechtsanwalt Gandhi gegeben, der sich über viele Jahre mit Leib und Leben für die Unabhängigkeit Indiens von der englischen Kolonialmacht einsetzte. Der damalige englische Premierminister Churchill bezeichnete Gandhi als „eine durch und durch böse Macht“. Warum griff Churchill den indischen Freiheitskämpfer derart an? Mit einigen geschichtlichen Nachforschungen wird dies leicht verständlich. Mit dem jahrelangen Kampf um die Unabhängigkeit Indiens, der durch den unermüdlichen Einsatz Gandhis maßgeblich auf gewaltfreier Basis geführt wurde, war die Gewalt, die durch das englische Imperium zur Unterdrückung der Freiheitsbestrebungen auf das indische Volk ausgeübt wurde, immer offensichtlicher geworden und schließlich schmolz die Unterstützung für die Fortführung der kolonialen Besetzung von Seiten der anderen westlichen Länder und auch von den Engländern selbst immer mehr dahin. Churchill jedoch war ein erklärter Imperialist und wollte um keinen Preis die Macht, die England mit der Kolonialisierung Indiens besaß, aufgeben. Sachliche Argumente konnte er keine vorbringen, so griff er zur pauschalen Diffamierung Gandhis. Deutlich wird hier auch, dass Churchill seinen eigenen absoluten Machtanspruch auf Gandhi projizierte, welcher lediglich um das Recht auf Souveränität kämpfte.

Welche Wirkung hat Heinz Grill auf das Sozialleben?

Auch Heinz Grill wird immer wieder angegriffen und als gefährlich für das Sozialleben dargestellt. Es stellt sich deshalb die Frage, welche Wirkung Heinz Grill tatsächlich auf das Sozialleben hat: Hat er eine negative oder eine positive Wirkung? Eines ist jedenfalls sicher: seine Wirkung auf das Sozialleben ist durchschlagend. Es gibt Fälle, in denen ganze Familienverbände auf die Barrikaden gehen, wenn Heinz Grill ins Spiel kommt.

Die Ausstrahlung einer unmittelbaren und authentischen Unabhängigkeit bei Heinz Grill

Bei einer genaueren Betrachtung seiner Biografie1 wird deutlich ersichtlich, dass Heinz Grill unmittelbar und authentisch eine Unabhängigkeit ausdrückt. Dies zeigte sich bereits in seiner Jugend. Beispielsweise bewegte er sich in der Ausübung der Kletterei völlig unabhängig von dem damalig herrschenden Sicherheitsdenken und den übermittelten Traditionen. Er kletterte den damals schwierigsten 6. Grad seilfrei und mit Turnschuhen (wie aus seiner Autobiographie hervorgeht nicht um der Provokation Willen, sondern den Umständen geschuldet), während Kletterer gewöhnlich schweres Schuhwerk trugen und nur mit Seil die Wände bestiegen. Dies brachte ihm einerseits größte Bewunderung, doch gleichzeitig auch heftigste Anschuldigungen ein. Schließlich wurde Heinz Grill sogar aus dem Alpenverein ausgeschlossen. Heute gibt es noch viel schwierigere als den 6. Grad und auch das seilfreie Klettern ist keine große Besonderheit mehr. So ist dasjenige, was Heinz Grill damals vehemente Angriffe bescherte, heute weitverbreitet und vielfach akzeptiert.

Unabhängigkeit besitzt Heinz Grill nicht nur auf dem Gebiet des Kletterns, sondern sie zeigt sich in allen Bereichen seines Lebens. Sie drückt sich nicht nur in seinen Worten aus, sondern er setzt sie bis in seinen Willen und in seine Handlungen hinein um. So hat Heinz Grill vor etwa 30 Jahren unabhängig von einem traditionellen Yoga einen ganz neuen Yogaweg begründet. Die Basis hierfür war seine sorgfältige und die seelisch-geistige Dimension des Menschen zugrunde legende Wahrnehmung zu den heutigen Zeitverhältnissen und -bedingungen und welche Schritte in der Entwicklung für den westlichen Menschen deshalb notwendig erscheinen. Insbesondere hat dieser neue Yogaweg, der von Heinz Grill als „Neuer Yogawille“ oder „Neue Yogaempfindung“ bezeichnet wird, die individuelle, eigenständige Entwicklung des Individuums und seiner Fähigkeiten zum Ziel und weist Gruppensysteme als für die Entwicklung der Individualität und damit auch einer Unabhängigkeit als ungeeignet und blockierend zurück. Aus diesem Grund lässt sich auch Heinz Grill selbst in kein wie auch immer geartetes System oder Gruppenstruktur hineinpressen und hat sich deshalb wiederholt von langjährigen Schülern verabschiedet, sobald diese, ihren familiären und gesellschaftlichen Vorprägungen folgend, einen solchen Weg einschlugen.

Eine Fähigkeit, die bis in den Willen hinein verwirklicht ist, bleibt nun aber nicht nur bei demjenigen Menschen selbst, sondern hat eine intensive Ausstrahlung nach außen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand einmal nur einige Informationen über Unabhängigkeit gibt oder ob er selbst diese Kraft in der Seele bis in eine authentische Erfahrung hinein entwickelt hat. Um einmal in einem Vergleich zu sprechen: jemand, der einen Berg selbst bestiegen hat, kennt den Weg und seine möglichen Gefahren aus eigener Erfahrung und kann diese auch differenziert beschreiben, wohingegen jemand, der nur eine Wegbeschreibung zu diesem Berg gelesen hat und selbst nie auf den Berg gestiegen ist, lediglich das Gelesene im Sinne von einigen Informationen weitergeben kann. Begegnet man Heinz Grill, so erlebt man die von ihm unmittelbar ausstrahlende Unabhängigkeit, sei es auf bewusstere Weise oder auf unbewusste Weise, in der Seele und die direkte Folge ist, dass man damit seine eigenen Bindungen nicht mehr aufrecht erhalten kann.

Was ist eine Bindung?

Das Wesen einer Bindung kann mit dem folgenden Beispiel einmal aufgezeigt werden. Eine Bindung liegt beispielsweise in einer Erwartung der Eltern, dass ihre schon erwachsenen Kinder jeden Sonntag mit ihrer Familie zu Kaffee und Kuchen kommen, damit ihr Haus nicht so leer und ohne Leben ist. Die erwachsenen Kinder spüren dies häufig in Form eines schlechten Gewissens, sobald sie einmal etwas anderes planen.

Was liegt hier zugrunde? Die Eltern haben selbst offensichtlich nicht ausreichend Lebensinhalte oder Lebensziele entwickelt. Die damit vorhandene Lücke oder Leere soll nun ersatzweise von den erwachsenen Kindern gefüllt werden. Daraus entsteht die Erwartung an die erwachsenen Kinder, die eine gewisse Druckbelastung verursacht. Auf der energetischen Ebene bewirkt dies eine Verschiebung, denn die Eltern leisten eine ihnen angemessene Aktivität zu wenig und die erwachsenen Kinder sollen dieses Defizit ausgleichen. Es fließt mit dieser Kompensation der fehlenden Eigenaktivität der Eltern zu diesen Energie hin, die bei den erwachsenen Kindern wiederum fehlt. So können die erwachsenen Kinder möglicherweise manche Ziele gar nicht mehr oder nur unter erhöhten Belastungen im Leben umsetzen. Die Eltern hingegen sehen aufgrund des Energiegewinns keine Veranlassung, in ihrem Leben selbst aktiver zu werden. Genauso gibt es den umgekehrten Fall, dass die Bindung von Seiten der erwachsenen Kinder zu den Eltern aufrecht erhalten wird, weil sie ebenfalls damit eine mangelnde Eigenaktivität im Leben gut kompensieren können.

Bindungen führen zu Energieverschiebungen und fördern die Degeneration

In allen verschiedenen Formen von Bindungen fließen Energien nicht dahin, wo sie idealerweise hinfließen sollten, sondern sie gehen an ungeeigneten Stellen verloren und erhalten damit möglicherweise einen Status Quo aufrecht, der sogar unvorhersehbare schädigende Wirkungen gegenüber Dritten bewirken kann. Aufgrund der entstehenden energetischen Verschiebungen können die Fähigkeiten und Kapazitäten des Einzelnen nicht in dem Maße, oder in schwerwiegenden Fällen auch gar nicht, im Leben zum Einsatz kommen, wie es günstig wäre. Innerhalb der Bindung geht daher ein wichtiges Potenzial des Menschen verloren und es entstehen gleichzeitig Abhängigkeiten. Solch bindende Strukturen in Familien können, wenn sie über mehrere Generationen aufrecht erhalten werden, zu einer zunehmenden Degeneration der Fähigkeiten des Einzelnen, sowie auch der sozialen Verhältnisse führen.

Die Angriffe gegen Heinz Grill sind ein Kampf der Abhängigkeit gegen die Unabhängigkeit

Gegner von Heinz Grill zeigen mit ihren Angriffen nichts anderes als ihr eigenes Bindungspotenzial. Es ist im Sozialleben recht weit verbreitet, dass es Streitigkeiten und Entzweiungen in Beziehungen und innerhalb der Verwandtschaft gibt. Ganz häufig ist dies der Fall, sobald jemand gewisse Grenzen innerhalb der Bindungen überschreitet. Die Bindung charakterisiert sich nämlich dadurch, dass sie fortbestehen will. Wenn eine Person sich aus der Bindung befreit und ein selbstbestimmteres, eigenaktiveres Leben mit weiter gefassten Zielen und möglicherweise sogar Idealen zu führen beginnt, so ist das Fortbestehen der Bindung insgesamt bedroht. Deshalb reagieren andere Personen innerhalb der Familie oder auch des Freundes- oder Kollegenkreises, bei denen Bindungen stärker vorliegen, mit nahezu automatischen Gegenreaktionen, die sich bis zu heftigsten Aggressionen und Angriffen steigern können, wenn nun eine Person innerhalb des Bindungssystems eine größere Unabhängigkeit entfaltet. Hängt aber die Entwicklung dieser größeren Unabhängigkeit damit zusammen, dass diese Person Heinz Grill kennt, richten sich die Aggressionen und Angriffe direkt gegen Heinz Grill, dem nun die Schuld an Allem gegeben wird. Man kann durchaus sagen, dass mit den Angriffen gegen Heinz Grill die Abhängigkeit gegen die Unabhängigkeit kämpft.

Die Institution der Kirche ist der größte Faktor für Bindungen und Abhängigkeit

Dass Heinz Grill die Schuld für diese Beziehungsschwierigkeiten zugeschoben wird, ist nur möglich, weil im Hintergrund die Institution der Kirche mit ihren Sektenreferenten steht. Dabei ist die Kirche selbst, sowohl die katholische wie auch die evangelische, der größte Faktor für ein Leben mit Bindungen. Wie ist das zu erklären? Ich möchte hier nur eine wesentliche Tatsache anführen: die Kirche verlangt zum Beispiel mit der bis heute gültigen Dogmenlehre, dass der Gläubige sich mit seinem Glauben voll und ganz den geltenden Dogmen unterwirft und es ist ihm nach offizieller Lehrmeinung nicht erlaubt, selbst eine Erkenntnis über einen religiösen oder spirituellen Zusammenhang zu entwickeln. Die Menschen werden damit in eine Abhängigkeit geführt. Hält sich jemand nicht daran, so ist er nach geltendem Dogma aus der Gemeinschaft der Gläubigen zu exkommunizieren, d.h. auszuschließen. Diese Praxis führte dazu, dass über Jahrhunderte unzählige Menschen, die eigenständig ihren Glauben weiterentwickeln wollten, als Ketzer ausgeschlossen, verfolgt und sogar umgebracht wurden. Heute wird man zwar nicht mehr als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt, aber man wird gewissermaßen gesellschaftlich „verbrannt“, indem man als abhängiges Sektenmitglied oder gar als gefährlicher Sektenführer diffamiert wird.

Die Kirche projiziert die eigenen Missstände auf das gegenbildliche Ideal

Es ist ja mittlerweile weithin bekannt, wie sehr Heinz Grill von der Kirche bekämpft und verfolgt wird. Und es ist schon sehr eigentümlich, wenn diejenigen Institutionen, die selbst am allermeisten eine Abhängigkeit fördern, gerade einen Menschen wie Heinz Grill, der eine größtmögliche Unabhängigkeit in seinem Leben verwirklicht hat und diese damit unmittelbar bei anderen Menschen fördert, als einen Sektenführer diskreditieren. Dass es sich hier um nichts anderes als eine Projektion handelt, ist mehr als offensichtlich. Die eigenen Missstände auf genau denjenigen zu projizieren, der diese Missstände mit dem gegenbildlichen Ideal empfindlich berührt bzw. auch nur in die Nähe eines Bewusstseins rückt, ist ein wesentlicher Charakterzug von Bindungen.

Der Philosoph Friedrich Nietzsche beleuchtet in dem folgenden Zitat sehr treffend diesen Kampf, den die Bindung bzw. die Abhängigkeit gegen die Unabhängigkeit führt: „Gegen einen unabhängigen Menschen, welcher es verschmäht, Leithammel zu sein, nährt der moralische Mensch einen Verdacht, als ob er ein schweifendes Raubtier sei.“2 So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Heinz Grill, der entschieden jegliche Führerposition und Gruppenbildung ablehnt, immer wieder Zielperson von heftigsten Angriffen ist.

Unabhängigkeit fördert das Sozialleben zu freiheitlicheren, konstruktiveren, produktiveren Beziehungsverhältnissen

Unabhängigkeit ist jedenfalls eine wesentliche Grundlage für die Entfaltung und Entwicklung der Individualität des Menschen und seiner Kapazitäten. Es ist sicher günstig, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass immer dort, wo die Unabhängigkeit durch einen Menschen zum Tragen kommt, die Abhängigkeit oder Bindung auf den Plan tritt, um ihren angestammten Platz mit allen Mitteln zu verteidigen. Die Bindung ist das größte Hindernis dafür, dass bestehende Strukturen aufgelöst und in freiheitlichere, konstruktivere und produktivere Beziehungsverhältnisse verwandelt werden. In diesem Sinne ist Heinz Grill ein Pionier und fördert mit seinem stark ausgeprägten Willen zur Unabhängigkeit andere Menschen in ihrer Unabhängigkeit, womit günstige Voraussetzungen für bessere soziale Verhältnisse entstehen.


1Vgl. Grill, Heinz: Lebensgang und Lebensauftrag für Religion und Kirche. Eine autobiographische Skizze.

2Nietzsche, Friedrich: Nachgelassene Fragmente. Sommer – Herbst 1882.

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Wie ist das Charisma von Heinz Grill?

In dem Artikel „Der Guru“ der Süddeutschen Zeitung vom 13./14. April 2019 beziehen sich die Autoren auf das Charisma von Heinz Grill. Diesbezüglich erscheint es mir notwendig, einmal in ersten Zügen aufzuzeigen, was es mit dem Charisma von Heinz Grill tatsächlich auf sich hat. Dass hierzu bisher keine Darstellungen zu finden sind, erscheint mir als ein großer Mangel.

Unter Charisma versteht man heute ganz allgemein die Ausstrahlung eines Menschen. Wie strahlt er aus, wie wirkt er auf andere Menschen?1 In diesem Sinne besitzt jeder Mensch ein Charisma. Dieses ist individuell sehr unterschiedlich. Die Frage nach dem Charisma von Heinz Grill ist deshalb sehr interessant.

Die Begegnung mit Heinz Grill und der Neuanfang in der Seele

Besucht man beispielsweise einen Yogakurs bei der VHS, so ist dies einmal ein Kurs, bei dem man einige Yogaübungen praktisch kennenlernt. Bei einem fortgeschritteneren Kurs wird man vielleicht auch einige philosophische Hintergründe erfahren. Besucht man hingegen ein Seminar, bei dem Heinz Grill persönlich referiert, so geschieht darüber hinaus etwas sehr Geheimnisvolles und Bedeutungsvolles. Die Begegnung mit Heinz Grill auf einer einigermaßen bewussten Ebene eröffnet einen Neuanfang in der Seele des Menschen. Die Seele erlebt in etwa Folgendes: Ich bin frei. Was nun zählt ist nicht dasjenige, was ich bisher erworben habe, sondern dasjenige, was ich im Sinne eines Aufbaues für ein Gesamtes schaffen kann. Das bedeutet, dass der Einzelne ab diesem Moment frei ist von allen persönlichen Bindungen, Verfehlungen und Unterlassungen, die bisher sein Leben innerhalb bestimmter Grenzen hielten. Er kann nun aus einer ganz freien Warte, ganz unabhängig davon, ob er krank oder gesund ist2, neu auf die Welt zugehen und in der ganzen Kraft seiner Kapazität einen Aufbau in der Welt bewirken. Es braucht nicht die Absolvierung von jahrelangen Schulungen, bis man endlich ein bestimmtes Niveau erreicht hat, um dann mit einer Aktivität beginnen zu können. Es braucht auch nicht jahrelange Therapien, in denen man seine Kindheitstraumata erst einmal alle aufarbeiten muss, bis man im Leben aktiv werden kann. Man kann unmittelbar beginnen, ein Ideal im Leben umzusetzen.

Die spirituelle Dimension des Charisma von Heinz Grill

Bei der Begegnung mit Heinz Grill findet eine Initiation3 statt, das heißt, es ist mit seiner Person eine spirituelle Wirksamkeit verbunden. Es handelt sich nicht nur um philosophische Darlegungen oder um psychologische Zusammenhänge, die er aufzeigt, sondern es strahlt durch ihn eine christlich-geistige Dimension auf authentische Weise aus.

Dieser Neubeginn, der in der Begegnung mit Heinz Grill in der Seele stattfindet4, ist etwa vergleichbar, wie wenn man ein Jahr lang in den Bergen verschollen war und schon für tot erklärt wurde. Und nun kommt man zurück und kann aus einer ganz freien Standposition auf die Welt neu zugehen. Man ist nicht mehr verwickelt in die Umstände, sondern man kann von außen auf diese blicken, dementsprechend eine ganz andere Übersicht gewinnen und aus der Freiheit heraus neue, geeignetere Formen entwickeln.

Entwicklungsblockaden führen häufig zu Projektionen auf Dritte

Mit diesem Neuanfang wird auf entscheidende Weise die Entwicklung des Menschen im Sinne einer selbstgewählten Zielrichtung ermöglicht. Der Wunsch nach Entwicklung ist Teil der Seele eines jeden Menschen. Dieser Wunsch oder diese Sehnsucht nach Entwicklung kann jedoch durch gesellschaftliche Umstände oder persönliche Verhältnisse überlagert oder sogar völlig im Unbewussten versunken sein. Deshalb reagieren beispielsweise Menschen, die sehr systemtreu oder traditionsgebunden sind, oder auch Menschen, die bestimmte Glaubenswahrheiten mit besonderem Fanatismus vertreten, nicht mit einem natürlichen, freudigen Interesse, sondern im Gegenteil wie in einer Art allergischen Reaktion mit heftigster Abwehr bis hin zu Hass, da Entwicklung immer auch eine Veränderung der etablierten Verhältnisse, ein Loslassen der bisherigen Umstände bedeutet.5

So handelt es sich im Fall von Christine B. um die Projektion ihrer eigenen fanatischen Strukturen und der damit verbundenen familiären Konfliktlage auf Heinz Grill, als sie ihren Willen nicht nach ihren Wünschen bei ihm durchsetzen konnte.

Freiheit und Verantwortung gehören untrennbar zusammen

Gleichzeitig ist mit dem Eintritt dieser Initiation, dieses Neuanfangs auch eine Verantwortung verbunden. Dies wird leichter nachvollziehbar, wenn man einmal einen Vergleich zum menschlichen Organismus nimmt. Das Herz schlägt das ganze Leben über bei Tag und bei Nacht in rhythmischer Folge, ohne dass der Einzelne dies selbst veranlassen oder koordinieren müsste. Das Herz arbeitet autonom. Nun stelle man sich einmal vor, dass diese autonome Steuerung hinweg fällt, das Herz also frei wird von dieser autonomen Steuerung. Diese Freiheit bedeutet gleichzeitig, dass der Einzelne nun selbst den Herzschlag hervorbringen und aussteuern muss. Übernimmt er diese Verantwortung nicht, so schlägt auch das Herz nicht mehr. Aus diesem Grund ist es auch verständlich, warum gerade sehr systemgebundene Menschen mit Abwehr reagieren: Mit dem Eingebundensein in ein System ist zwar eine größere Unfreiheit gegeben, aber der Einzelne braucht weniger Eigenverantwortung übernehmen. Je freier er von ihn eingrenzenden Systemen6 wird, desto mehr Verantwortung muss er auch übernehmen.

Es entsteht aus dem hier stattfindenden Neuanfang in der Seele nur etwas Aufbauendes, wenn der Einzelne die mit der Freiheit verbundene Verantwortung ergreift und die Entwicklung nun auf gezielte und bewusste Weise vorantreibt. Tut er dies nicht und fällt wieder zurück in sein Altes, das heißt seine bisherigen Umstände, Bindungen und Gewohnheiten, so ist dies sehr tragisch. Denn mit dem Zurückfallen verleugnet der Einzelne seine seelische Erfahrung einer universellen Wahrheit und er lebt damit von nun an entgegen dem inniglichen Wunsch seiner Seele. Um diesen Widerspruch scheinbar auszugleichen, benötigt er umso stärkere Kompensationen und Verdrängungsmechnismen. Da der Konflikt in der Seele untergründig jedoch weiter besteht, kann dies früher oder später zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, welche wie ein Korrektiv den falsch eingeschlagenen Weg anzeigen. Mir sind einige Personen bekannt, die aufgrund ihrer Verantwortungsabgabe und Verweigerungshaltung gegenüber jeglicher Entwicklung an schweren psychischen oder physischen Krankheiten wie Depression, Angstzuständen, Krebs, Psychose etc. zu leiden begannen. In dem Moment, in dem diese Personen sich auf ihre seelische Erfahrung besinnen und diese in ihrem Leben umsetzen würden, würden die Erkrankungen innerhalb relativ kurzer Zeit Heilung finden.

Dieser Zusammenhang zwischen Entwicklung und Gesundheit ist unabhängig von einer Begegnung mit Heinz Grill im Leben immer gegeben. Nur achtet man in der Regel zu wenig auf solche Zusammenhänge und ist sich dieser nicht bewusst. Je größer die Freiheit und die damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten sind, desto weitreichender sind einerseits die negativen Folgen im Falle einer Entwicklungsverweigerung, und desto weitreichender und erstaunlicher sind andererseits die Möglichkeiten eines Aufbaues und die förderlichen Wirkungen auf die gesundheitlichen Verhältnisse, wenn der Einzelne die Entwicklung mit guter Verantwortung ergreift.

Vergleiche zum Yoga und zum Katholischen Glauben

Bei dieser Initiation, die in der Begegnung mit Heinz Grill stattfindet, handelt es sich um ein christlich-geistiges Geschehen, das unmittelbar mit der Person verbunden ist. In einem Vergleich kann die Bedeutung der Person bzw. der Persönlichkeit einmal deutlich werden. Ein Gemälde, das zum Beispiel von Raffael gemalt wurde, hat einen ganz bestimmten Ausdruck. Dieser wäre nicht vorhanden, wenn ein anderer Künstler dieses gleiche Gemälde gemalt hätte. Der Ausdruck des Gemäldes entsteht nicht aus der Leinwand und den physischen Farben, sondern aus der forschenden Auseinandersetzung mit Ideen und Gedanken, die der Maler so lange fortsetzt, bis er ein Empfinden dafür entwickelt, wie die Komposition des Bildes genau auszuführen ist, und er dies schließlich bis in die praktische Umsetzung bringt.

Wird im Yoga von Initiation gesprochen, so versteht man dies gewöhnlich ausgehend vom Sukzessionsprinzip. Die Person selbst ist dabei weniger von Bedeutung. Es handelt sich um eine Initiation kraft eines Einweihungs-Rituals, z.B. indem der Schüler vom Meister ein persönliches Mantra erhält, das dieser regelmäßig rezitieren soll. Die Zielrichtung ist im Yoga meist auf Selbstverwirklichung im Sinne einer Vervollkommnung von persönlichen Fehlern und Schwächen ausgerichtet.

Wird in der Katholischen Kirche von Initiation bzw. Weihe gesprochen, so wird diese ebenfalls im Sinne des Sukzessionsprinzips verstanden. Auch hier kommt der Person selbst keine wesentliche Bedeutung zu. Diese Initiation findet mittels eines Weihe-Rituals durch eine im Amt höher stehende Person statt, z.B. die Priesterweihe. Im Katholischen Glauben geht es in der Hinsicht um das Seelenheil des Gläubigen, dass ihm dieses durch die Zugehörigkeit zur Kirche und das passive Annehmen der vorgegebenen Glaubenslehre für das Nachtodliche versprochen wird.

Das christlich-geistige Wirken, wie es von Heinz Grill ausgeht, hat jedoch nichts mit persönlicher Selbstverwirklichung zu tun, wie man sie gemeinhin versteht. Ganz im Gegenteil, es ist ein Wirken im Sinne eines Aufbaues für alle Menschen oder, anders gesagt, in einem universalen Sinn. Meiner Erfahrung nach bewegt sich Heinz Grill völlig frei von Bindungen, Konventionen und äußerlichen Regeln, was jedoch nicht mit Willkür zu verwechseln ist, und gleichzeitig ist er in einer außergewöhnlich intensiven Verbindung mit den Mitmenschen und der Umwelt. Er kennt die geistige und seelische Welt aus eigener Erfahrung und kann deshalb die irdischen Umstände und Geschehnisse aus einer viel größeren Übersicht und hinsichtlich ihrer tieferliegenden Zusammenhänge verstehen. Aus diesem Grund verliert er sich nicht in irdischen Verwicklungen, sondern er sieht sich in der Verantwortung, immer einen nächsten aufbauenden Schritt im Sinne einer fortschreitenden Entwicklung des Menschen zu fördern.

Die Begegnung mit Heinz Grill fördert die aufbauenden Kräfte des Einzelnen

Aufgrund der tiefgreifenden und den Menschen verwandelnden Wirkungen einer Begegnung mit Heinz Grill, die großartige und weitreichende Möglichkeiten einer aufbauenden Schaffenskraft im Leben eröffnet, gleichzeitig aber auch mit einer Verantwortung gegenüber den Mitmenschen wie auch gegenüber sich selbst verbunden ist, sollte der Einzelne diesen Schritt nicht überstürzt oder unüberlegt tun. Eine bewusste Entscheidung ausgehend von klaren Gedanken bietet hierfür eine gute und notwendige Grundlage. Für Denjenigen, der den Sinn des Lebens darin sieht, über die persönliche Sphäre hinaus einen substanziellen, tatsächlich wirksamen und die Kultur anhebenden Beitrag zu leisten, ist die Begegnung mit Heinz Grill bei einem Seminar, in dem er referiert, sehr wertvoll.


1Der Begriff „Charisma“ kommt aus dem Griechischen und bedeutete ursprünglich „Gnadengabe“ oder „aus Wohlwollen gespendete Gabe“. Im Neuen Testament und im Urchristentum verstand man unter Charismen „Gnadengaben des Heiligen Geistes“, das sind bestimmte geistige Fähigkeiten wie z.B. Weisheit, Erkenntniskraft, Fähigkeit der Krankenheilung, etc., die ein Mensch hervorbringt. Heute versteht man unter diesem Begriff ganz allgemein die Ausstrahlung, insbesondere auch die gewinnende Ausstrahlung eines Menschen.

2Es können sogar bestehende, auch schwere Krankheiten auf unkomplizierte Weise in eine Heilung finden. Dies hängt damit zusammen, dass die Seele des Einzelnen mit dem Neuanfang in eine neue, günstigere Ordnung sowohl gegenüber der irdischen wie auch gegenüber der geistigen Welt findet und damit stehen Kräfte, die vorher gebunden waren, für den Heilungsprozess zur Verfügung.

3„Initiation“ heißt auf deutsch so viel wie „Einweihung“. Initiation, wie sie hier verstanden wird, ist mit der Erfahrung einer neuen Realität, die man bisher noch nicht kannte, verbunden. In diesem Fall handelt es sich um eine seelisch-geistige Realität.

4Liest man in einem Buch von Heinz Grill, so findet diese Initiation noch nicht statt.

5Es kann durchaus auch sein, dass Angehörige oder Freunde eines Menschen, der einen Weg der Entwicklung beginnt, mit allerlei Abwehr- und Trotzreaktionen reagieren. Aus der Psychologie ist zum Beispiel bekannt, dass Ehepartner, Kinder oder andere Familienangehörige mit heftigsten Gegenreaktionen aufwarten können, wenn der Therapierte erfolgreich seine Alkoholsucht, seine Depression etc. überwunden hat, so dass dieser seinen neu errungenen Stand gegenüber den heftigen Widerständen nicht aufrecht erhalten kann und schließlich wieder in sein altes Muster zurückfällt.

6Systeme gibt es eine Vielzahl: das Krankenkassensystem, das dem Arzt vorschreibt, welche Medikamente er verschreiben darf; das Schulsystem, das darüber bestimmt, was das Kind zu lernen hat; das Kirchensystem, das darüber bestimmt, was der Gläubige zu glauben hat; etc.

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Blinder Glaube wider eigenständige Urteilsbildung und Unabhängigkeit

Die realen Auswirkungen von Weltbildern

Am 13./14. April 2019 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Der Guru“, der Heinz Grill als gefährlichen Sektenführer mit kriminellem Potenzial darstellt.1 Die Verfasser führen darin unter anderem einige kirchliche Stellungnahmen in das Feld. Sie schreiben: So hat das Erzbistum München-Freising schon vor 20 Jahren ein Hausverbot erlassen für Veranstaltungen, die in Bezug zur Lehre von Heinz Grill stehen, das Bistum Freiburg zog vor wenigen Jahren nach. Grills Ansichten seien mit dem christlich-menschlichen Weltbild der katholischen Kirche nicht vereinbar, teilen die Bistümer in ihren Amtsblättern mit. Und weiter heißt es: Das Erzbistum Freiburg etwa schreibt auf die SZ-Anfrage (…) dennoch sehr deutlich: Diese weltanschauliche Gruppierung könne „aus verschiedenen Gründen große Abhängigkeiten entstehen lassen. Dabei spielt der esoterische Zugang eine wichtige Rolle: Wer kritisch nachfragt, hat noch nicht genug Vertrauen oder noch nicht den Punkt der ‚Geistesschau‘ erreicht.“ Psychisch labile Menschen, die sich in Extremsituationen befinden, könnten so in ernste Schwierigkeiten kommen, ihre Lebenskrisen sich verstärken.

Das Weltbild der katholischen Kirche

Zunächst stellt sich für mich die Frage: Was versteht die katholische Kirche unter dem christlich-menschlichen Weltbild, mit dem die Ansichten von Heinz Grill nicht vereinbar sein sollen? Diesbezüglich ist es interessant, einmal einige wesentliche Grundlagen der katholischen Lehre anhand deren eigener Glaubensgrundsätze2 näher zu betrachten:

Der Mensch ist Sünder und nur innerhalb der katholischen Kirche gibt es Rettung

Gemäß der katholischen Lehre ist der Mensch von Geburt an mit der Erbsünde beladen. Er wird als Sünder geboren und damit er nicht der ewigen Verdammnis anheim fällt, benötigt er das Sakrament der Taufe.3 Diese muss bereits bald nach der Geburt erfolgen, denn wenn dies nicht der Fall ist und der Säugling sollte versterben, dann ist seine Seele für immer verloren. Damit legitimiert die katholische Kirche die Kindstaufe. Ganz allgemein ist für das Seelenheil des Menschen seine Zugehörigkeit zur katholischen Kirche unabdingbar.4

Die katholische Kirche mit dem Papst an der Spitze ist die einzige legitimierte Nachfolgerin des Christus

Die katholische Kirche ist die alleinige Vertreterin der Wahrheit und des Seelenheils.5 Der Papst ist unfehlbar.6

Der Gläubige hat die Dogmen der katholischen Glaubenslehre zu glauben

Die gesamte katholische Glaubenslehre basiert auf einer Vielzahl von Dogmen. Dogmen sind unfehlbare Lehrsätze der katholischen Kirche, die der Gläubige in seiner Gesamtheit zu glauben hat.7 Hegt er einen Zweifel oder äußert er gar anderslautende Ansichten – auch wenn dies nur in Bezug auf ein einziges Dogma der Fall ist – , dann wird er aus der Kirche ausgeschlossen bzw. verdammt8.

Die Sakramente eines Priesters sind wirksam, unabhängig von dessen Charakter und Taten

Die Sakramente (Taufe, Eheschließung, …) sind kraft des Amtes wirksam. Hierbei ist es unbedeutend, welchen Charakter der Priester hat oder welche Taten er begangen hat. Auch wenn sich der Priester im Zustand der Todsünde befindet, ist das von ihm durchgeführte Sakrament voll gültig.9

Das Weltbild von Heinz Grill

Wie sind nun demgegenüber die Ansichten von Heinz Grill? Wer die Sichtweise von Heinz Grill näher kennen lernen möchte, dem ist das Buch „Übungen für die Seele“, in dem er wesentliche Grundlagen auf einfache Weise beschreibt, zu empfehlen. Auch das kürzlich auf youtube erschienene Interview „Mut zur individuellen Spiritualität“ von Götz Wittneben mit Heinz Grill enthält wesentliche Grundaussagen. Im Folgenden gehe ich auf einige wesentliche Aspekte ein:

Es gibt ein schöpferisches Potenzial im Individuum, unabhängig von religiösen Gruppen

Jeder Mensch trägt ein schöpferisches Potenzial in sich und dieses kann er in der Welt wirksam machen. Hierfür braucht es keine Zugehörigkeit in einer religiösen Gruppe, dies ist vielfach sogar hinderlich. In diesem Sinne gibt es auch keine Zugehörigkeit zum Neuen Yogawillen. Es steht jedem offen, sich bei Interesse nach freiem Willen damit auseinanderzusetzen.

Nicht blinder Glaube, sondern eigenständiges Denken

Der Mensch hat die Fähigkeit, sich selbst eine Anschauung und ein Urteil zu einer Sache zu bilden, auch in Bezug auf spirituelle Fragen. Der Einzelne kann sich kraft seines logischen Denkens in Verbindung mit einer objektiven Wahrnehmung dahingehend schulen, dass er schließlich ein reichhaltigeres Empfinden entwickelt, ob etwas wahr ist oder ob es nicht wahr ist. Und schließlich kann er dementsprechend auch seinen Willen in Handlungen wirksam machen. Diese Fähigkeit, eine Sache tiefergehend kennenzulernen und diese dann auch selbst zu beurteilen wird im Neuen Yogawillen auf ganz allgemeine Weise geschult. In diesem Zusammenhang betont Heinz Grill immer wieder, dass Kritik ausdrücklich erwünscht ist, da diese eine Möglichkeit für weitere Erkenntnisse eröffnet.

Der individuelle Charakter und die Taten des Einzelnen strahlen aus

Heinz Grill sieht den Charakter des Einzelnen und seine Taten als entscheidend dafür, ob jemand förderlich oder weniger förderlich für andere ausstrahlt. Es ist demnach nicht möglich, sich hinter Ritualen zu verstecken. Besondere Aufmerksamkeit ist dabei darauf zu richten, dass das Denken, das Fühlen und das Wollen übereinstimmen. Es kommt entscheidend darauf an, dass der Einzelne das, was er denkt oder sagt, auch dementsprechend in die Tat umsetzt. Die heute so weit verbreitete Spaltung zwischen Denken und Handeln sollte zunehmend in eine Verwandlung finden.

Wirkungen des katholischen Weltbildes

Schuldgefühle, Angst, Selbstwertminderung und Abhängigkeit

Legt man die oben ausgeführten Glaubenssätze der katholischen Kirche zugrunde, so wird sehr deutlich, dass hier mit Angst und Schuldgefühlen gearbeitet wird: der Mensch sei von Geburt an mit der Erbsünde behaftet, d.h. er ist nur allein durch die Tatsache des Geboren-Werdens Sünder. Dies mindert den Selbstwert des Menschen auf erhebliche Weise, was die psychische Stabilität ebenfalls erschwert. Der von der katholischen Kirche postulierten Gefahr, für immer verloren zu sein und in der ewigen Verdammnis zu schmoren, kann er nur mit seiner Zugehörigkeit zur katholischen Kirche entrinnen. Der Einzelne wird somit für sein Seelenheil in eine Abhängigkeit von der Institution der katholischen Kirche geführt. Damit bekommt diese Institution Macht über den Menschen, und mit der Kindstaufe wird er aufgrund der bei den Eltern geschürten (häufig unbewusst bleibenden) Ängste bereits von der ersten Lebenszeit an ohne sein Einverständnis in diese eingegliedert.

Blinder Glaube, Autoritätsgehorsam, Selbstaufgabe und Abhängigkeit

Aufgrund der von der katholischen Kirche praktizierten Dogmatisierung der Glaubenslehre soll der Gläubige nicht selbst denken, sondern gemäß den Dogmen blind glauben, andernfalls wird er verdammt. Er soll unmündig bleiben. Es wird damit den Gläubigen ein Autoritätsgehorsam abverlangt. Durch die dogmatisch festgelegte – und damit ebenfalls unantastbare – Unfehlbarkeit des Papstes wird der Autoritätsgehorsam absolut gestellt. Das heißt, was der Papst sagt, ist immer und in jedem Fall richtig, nur aufgrund der Tatsache, dass er das Amt des Papstes innehat. Es handelt sich hierbei um eine irrationale Autorität, nicht um eine sachlich begründete.10 Die Menschen sind damit zur Selbstaufgabe gegenüber einer irrationalen Autorität bestimmt und sachliche Kritik ist per sé ausgeschlossen. Der Mensch wird zu einem unmündigen, abhängigen Wesen, das sich einer höheren Autorität zu unterwerfen hat, erklärt.

Charakterlosigkeit, Verantwortungslosigkeit, Spaltung zwischen Denken und Handeln

Die Glaubenslehre der katholischen Kirche, dass ein Sakrament unabhängig vom Charakter und den Handlungen des Priesters immer seine volle Gültigkeit hat, entbindet den Menschen aus seiner Verantwortung und fördert damit Verantwortungslosigkeit und Charakterlosigkeit. Ich habe größte Zweifel, dass ein Ritual, das abgespalten von dem Wesen des Menschen nur als reines Ritual durchgeführt wird, überhaupt irgendeine förderliche Wirkung haben kann. Es wird in diesem Fall im Menschen eine Spaltung zwischen seinem Denken und Handeln bzw. ein Widerspruch zwischen bloßen Lippenbekenntnissen und tatsächlichem Verhalten gefördert. Auch dies wirkt tendenziell destabilisierend auf die psychischen Verhältnisse.

Wirkungen des Weltbildes von Heinz Grill

Schöpferisches Potenzial, Selbstwert und Unabhängigkeit

Betrachtet man die Ansichten von Heinz Grill, so stellt man fest, dass hier eine Perspektive für den Menschen eröffnet wird: jeder Mensch trägt mit der Schöpferkraft ein Potenzial in sich, das es zu entfalten gilt und womit er etwas schaffen kann, das es bisher noch nicht gibt. Dies ist unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppierung oder der katholischen Kirche. Ist sich der Mensch der Möglichkeit seiner schöpferischen Kraft bewusst, so wird er nicht nur unabhängig, sondern auch sein Selbstwert wird entscheidend gefördert, was wiederum stabilisierend auf die psychischen Verhältnisse wirkt.

Eigenständige Urteilsbildung, Verantwortungsübernahme und Unabhängigkeit

Die von Heinz Grill so betonte Entwicklung eines eigenständiges Denkens und einer eigenständigen Urteilsfähigkeit macht den Menschen unabhängig von blindem Gehorsam und weniger manipulierbar. Der Mensch, der selbst Sachverhalte zu beurteilen vermag, ist mündig und übernimmt Verantwortung. Er entwickelt damit ein wesentlich stabileres Selbstbewusstsein, was wiederum stabilisierend auf die gesamte Psyche wirkt.

Moralität, Verantwortung, Integrität

Das von Heinz Grill angeregte Bewusstsein, dass der individuelle Charakter und die Taten des Einzelnen eine Ausstrahlung auf andere Menschen haben und dies entscheidender zu werten ist als bloße Worte oder Rituale, fördert die Moralität und Verantwortlichkeit des Einzelnen. Die von Heinz Grill betonte Übereinstimmung von Denken, Fühlen und Handeln des Menschen fördert die Integrität des Menschen. Dies wirkt immer stabilisierend auf die Psyche.

Anhand des Vergleichs dieser beiden Weltbilder wird deutlich, dass der Unterschied zwischen ihnen nicht größer sein könnte. Dass die katholische Kirche die Ansichten von Heinz Grill als unvereinbar mit ihrer Lehre sehen muss, ist nachvollziehbar. Es wird nämlich damit ihre Autorität und Macht, die sie über die Gläubigen ausübt, erheblich in Frage gestellt. Der Mensch befreit sich aus Angst und Schuldgefühlen und wird zum unabhängigen, eigenverantwortlichen Schöpfer seines Lebens. Dies widerspricht der katholischen Lehre auf fundamentale Weise!

Ist die Lehre von Heinz Grill also antichristlich?

Um diese Frage zu klären, ist es notwendig, eingehender zu prüfen, was genau „christlich“ ist. Liest man im Neuen Testament, welches die eigentlichen christlichen Überlieferungen enthält11, so findet man hier weder die Einsetzung einer Institution mit einem Papst, noch von Priestern12, noch findet man Taufrituale oder andere Sakramente. Jesus Christus sagt: „Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Luk 17, 21, aus: Luther 1912) Er sagt nicht, dass man hierfür einer Institution Kirche zugehörig sein muss oder einen Priester benötigt. Jesus Christus verkehrt besonders intensiv mit den „Sündern“ und macht ihnen keinerlei Schuldgefühle.

Jesus Christus vermittelt seinen Jüngern, dass sie über die gleichen, großen Fähigkeiten verfügen wie er. Er sagt ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun…“ (Joh. 14, 12, aus: Luther 1912) Er bezieht sich auf die schöpferischen Fähigkeiten, die jeder einzelne Mensch besitzt, und wie sie jeder selbstständig einsetzen kann. Es braucht hierfür keinen Priester oder Guru.

Er lehrt seine Jünger und es wird deutlich, dass er in immer wieder neuen Beschreibungen und Bildern zu ihnen spricht, wenn sie ihn nicht verstehen. Es ist deutlich zu bemerken, dass es ihm darum geht, dass sie ein Verständnis entwickeln. Er gibt auch keine Dogmen vor. Beispielsweise fragt er seine Jünger: „… Wer sagt denn ihr, dass ich sei?“ (Matthäus 16, 15, aus: Luther 1912) Hier wird deutlich, dass er seine Jünger darin förderte, dass sie sich selbst ein Urteil bildeten. Offene Kritik gegen ihn, schmettert er nicht ab, sondern er nutzt sie, um weitere Erkenntnisse aufzuzeigen.

Jesus Christus kritisiert mit schärfsten Worten die damalige Praxis der Pharisäer und Schriftgelehrten, die dem Volk eine Sache predigten, selbst aber das Gegenteil davon taten.13 Es zeigt sehr deutlich, dass ihm die Übereinstimmung von Denken oder Reden und Handeln sehr wichtig war, also die Integrität und Verantwortung des Menschen.

Jesus Christus spricht auch an keiner Stelle von einer ewigen Verdammnis. Mit scharfen Worten kritisiert er die Pharisäer und Schriftgelehrten und dass sie die entsprechende Ernte zu dem, was sie säen, erhalten werden. Das heißt, der Charakter und die Taten eines Menschen sind sehr wohl entscheidend. Aber es gibt nicht eine ewige Verdammnis: wenn der Mensch etwas Neues sät, dann wird er auch etwas Neues ernten.

Das überraschende Fazit

Die Diskrepanz der Aussagen des Neuen Testaments zur katholischen Glaubenslehre und die Nähe zur Lehre von Heinz Grill ist nicht zu übersehen. Die katholische Weltanschauung betont viele Elemente, die den christlichen Prinzipien, wie sie im Neuen Testament beschrieben sind, fundamental widersprechen. Die Prinzipien, die Heinz Grill vertritt und im Neuen Yogawillen zugrunde legt, sind in einer grundlegenden Übereinstimmung mit den christlichen Prinzipien. Er zeigt vielfältige Möglichkeiten auf, wie diese in eine praktisch-konkrete Umsetzung finden können.

Die Lehre von Heinz Grill widerspricht tatsächlich in wesentlichen Punkten der katholischen Lehre. Seine den christlichen Prinzipien entsprechenden Ansichten der individuellen Schöpferkraft des Menschen, der eigenständigen Urteilsbildung, der Bedeutung des Charakters des Menschen und der Übereinstimmung von Denken und Handeln fördern jedoch – entgegen den Angaben der kirchlichen Stellen – gerade die Unabhängigkeit und psychische Stabilität des Menschen.

Die genauere Überprüfung der Zusammenhänge zeigt: die von den Verfassern im Zeitungsartikel angeführte Argumentation von katholischen Kirchenstellen beruht auf einer Projektion der Abhängigkeit fördernden, Angst einflößenden und tendenziell psychisch destabilisierenden Wirkungen des katholischen Weltbildes auf die geradezu gegenteilig wirkenden, Perspektiven eröffnenden und den Menschen zu seinen schöpferischen Fähigkeiten erhebenden Ansichten von Heinz Grill.

Hätten die Journalisten ihre Recherche wirklich fundiert und wissenschaftlichen Kriterien entsprechend vorgenommen und die in ihrem Artikel zitierten Aussagen der Kirche nicht nur im „blinden Glauben“ übernommen, wäre ihnen diese Erkenntnis nicht entgangen. Ebenso hätten sie die Absurdität der von ihnen offensichtlich blindlings übernommenen Behauptungen der Ärztin Christine B. und deren Rechtsnachfolger, auf denen der gesamte Zeitungsartikel größtenteils beruht, nicht ignorieren können.


1Genauere Ausführungen zu dem fast ausschließlich auf Verleumdungen und Vermutungen ohne Tatsachengrundlagen beruhenden Artikel sind auf http://mensch-und-individualitaet.de/journalismus/rufmord-in-der-sueddeutschen-zeitung/ nachzulesen.

2Weitere Informationen zu der heute gültigen katholischen Glaubenslehre und dem damit verbundenen Weltbild sind in dem Buch „Die neue Inquisition. Sektenjagd in Deutschland“ von Hubertus Mynarek, NIBE-Verlag, zu finden. Auf der Internetseite www.theologe.de, Titel 18, ist eine Auswahl der wichtigsten noch heute gültigen Dogmen der katholischen Kirche veröffentlicht.

3Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „356 – Wer leugnet, dass die neugeborenen Kinder getauft werden müssen, … der sei ausgeschlossen … Denn was der Apostel gesagt hat: „Durch den einen Menschen ist die Sünde in die Welt eingetreten und durch die Sünde der Tod, und so kam der Tod über alle Menschen, in ihm haben alle gesündigt“ (Röm 5, 12), das darf man nicht anders verstehen, als wie es die katholische Kirche, die überall verbreitet ist, immer verstanden hat. Wegen dieser Glaubensregel nämlich werden nach apostolischer Überlieferung auch die Kinder, die selbst noch keinerlei Sünden begehen konnten, deshalb wahrhaft zur Vergebung der Sünden getauft, damit in ihnen durch die Wiedergeburt gereinigt werde, was ihnen durch die Zeugung anhaftet [Anmerkung = die Erbsünde].“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

4Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „381–[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter – des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, dass die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und dass nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. ´Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

5Der Begriff „katholisch“ heißt übersetzt „die ganze Erde umfassend“ und ein diesbezügliches Dogma lautet: „434 – Wir bestimmen, dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat …“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

6Mit dem 2. Vatikanischen Konzil (1962-65) wurde im 20. Jahrhundert die Unfehlbarkeit des Papstes bestätigt und diese Unfehlbarkeit sogar noch auf die Bischöfe ausgeweitet.

7Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „85 – Wer nicht die ganze kirchliche Überlieferung annimmt, die geschriebene wie die ungeschriebene, der sei ausgeschlossen.“ und „49 – Wer sagt, die Menschenvernunft sei so unabhängig, dass ihr der Glaube nicht von Gott befohlen werden könne, der sei ausgeschlossen.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

8Auf www.theologe.de, Titel 18, findet sich eine genauere Erklärung hierzu: “Die dabei in den Dogmen bzw. Lehrsätzen bzw. Glaubenswahrheiten meist verwendete Formulierung „der sei ausgeschlossen“ ist eine abgemilderte Übersetzung des Originals, der mithilfe des griechischen Wortes „anáthema“ (= Fluch, Verfluchung) gebildeten lateinischen Formulierung „anáthema sit“. Diese heißt wörtlich „der sei verdammt“ bzw. „der sei verflucht“. In älteren Quellen, die im Original statt in Latein in Griechisch formuliert sind, lautet der Fluch ausschließlich in Griechisch formuliert „anáthema ésto“. Der „Ausgeschlossene“ bzw. „Verfluchte“ muss nach römisch-katholischer Lehre nach seinem Tod für alle Zeit und Ewigkeiten die Hölle erleiden, und zwar ohne Aussicht auf Besserung oder Milderung, weil er den im Lehrsatz genannten Aspekt der katholischen Lehre zu Lebzeiten nicht für wahr halten konnte.“

9Dem liegt z.B. folgendes Dogma zugrunde: „669 – Wer sagt, die Priester, die im Stand der Todsünde sind [Anmerkung: also wenn – um einmal ein zugespitztes Beispiel zu bringen – ein Priester unmittelbar vor einer von ihm gegebenen „sakramentalen Lossprechung“ etwa ein Kind vergewaltigt hat], hätten nicht die Vollmacht, zu binden und zu lösen, … der sei ausgeschlossen.“, zitiert aus www.theologe.de, Titel 18.

10Eine sachlich begründete Autorität wäre zum Beispiel dann gegeben, wenn eine Person sich durch eine besonders entwickelte Fachkunde in Bezug auf einen Sachverhalt auszeichnet. Selbst in einem solchen Fall könnte man nicht von einer Unfehlbarkeit sprechen, da ein Mensch immer irren kann. Die katholische Kirche stellt in Bezug auf den Papst jedoch auf eine Autorität kraft des verliehenen Amtes ab, was keinerlei sachlichen Bezug zu Glaubensfragen hat und damit irrational ist.

11Das Alte Testament ist der vorchristlichen Zeit zuzurechnen.

12An folgender Stelle z.B. wird deutlich, dass Priester als Vermittler nicht im Sinne von Jesus Christus sind: „… 7 und haben’s gern, daß sie gegrüßt werden auf dem Markt und von den Menschen Rabbi genannt werden. 8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder. 9 Und sollt niemand Vater heißen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 10 Und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen; denn einer ist euer Meister, Christus. 11“ (Matthäus 23, aus: Luther 1912).

13Auszug aus den Weherufen gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten: „1 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern 2 und sprach: Auf Mose’s Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 3 Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollt, das haltet und tut’s; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht tun: sie sagen’s wohl, und tun’s nicht. 4 Sie binden aber schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals; aber sie selbst wollen dieselben nicht mit einem Finger regen. (…) 27 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats! 28 Also auch ihr: von außen scheint ihr den Menschen fromm, aber inwendig seid ihr voller Heuchelei und Untugend.“ (Matthäus 23, aus: Luther 1912)

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Was ist wahr?

Mit dem am 13./14. April 2019 erschienenen Artikel „Der Guru“ in der Süddeutschen Zeitung stellt sich sehr deutlich die Frage, was eigentlich Wahrheit ist.

Der Pressekodex verpflichtet Journalisten zur Wahrheit. Sie müssen gemäß ihrer Sorgfaltspflicht überprüfen, ob eine Information, die sie erhalten, tatsächlich auch der Wahrheit entspricht.1 Selbst wenn es nicht immer möglich ist, auf ein wirklich eindeutiges Ergebnis zu kommen, so müssen sie alle verfügbaren Quellen hierzu hinzuziehen und ausgewogen darüber berichten. Bei einer Verdachtsberichterstattung über eine Straftat dürfen sie nicht selektiv berichten, sondern müssen immer auch entlastende Fakten nennen.2 Dass diese Grundbedingungen in dem obengenannten Artikel nicht gewahrt sind, lässt sich für den aufmerksamen Leser unschwer erkennen.

Die Rechtsprechung geht von einem pragmatischen Wahrheitsbegriff aus: Wahrheit ist die Übereinstimmung eines behaupteten Sachverhaltes mit der Wirklichkeit. Wahrheit lässt sich auf einfache Weise so beschreiben, dass es sich um Tatsachen handelt und dass keine wesentlichen Tatsachen weggelassen werden, so dass ein wahrheitsgemäßes Bild entsteht. Dies ist u.a. in der Zivilprozessordnung § 138 Abs. 1 auf diese Weise gesetzlich geregelt.

Marianne B. nimmt hingegen meine Darstellung auf dieser Internetseite und dreht in ihrer Darstellung im Internet alles einmal um. Heraus kommt eine „Wahrheit“, die jeglicher Faktenlage widerspricht. Es ist die „Wahrheit“, wie sie von der Ärztin Christine B. postuliert wurde: die Verfolgung ihrer Person durch eine kriminelle Sekte bis zum Tod. Marianne B. wendet als deren Nachfolgerin eines der Grundprinzipien von Christine B. an: Wahr ist etwas, weil Christine B. es sagt. Es ist nicht wahr, weil es sich um Tatsachen handelt, sondern weil Christine B. es sagt. Es ist sogar wahr, wenn es den Tatsachen direkt widerspricht, weil es Christine B. sagt. Christine B. sah sich als Alleinvertreterin der Wahrheit.

Dies wird an folgendem Vorgehen deutlich (und es handelt sich hier nur um ein Beispiel aus Unzähligen, die ebenso offensichtlich sind!): Christine B. reichte bei Gericht ein Schreiben von Heinz Grill als Beweis ein, das sie als den Beginn der von ihr postulierten Hetzjagd und Verfolgung ihrer Person mit Klagen durch die „Sekte“ bezeichnete. Es ist nun so, dass in dem Schreiben ihr Name nicht vorkommt, das Schreiben bezieht sich in keiner Weise auf sie. Es wird in dem Schreiben auch nicht zu einer Hetzjagd, Verfolgung oder zur irgendwelchen anderen Maßnahmen in dieser Richtung aufgerufen. Es geht lediglich um die notwendige Verantwortungsübernahme auf einem geistigen Schulungsweg. Ihre Behauptung ist nicht wahr, weil es hierfür vorliegende Tatsachen gibt. Ihre Behauptung ist wahr, weil Christine B. es sagt und wenn sie es so sagt, dann ist das so, auch wenn alle Tatsachen dagegen sprechen. Dieses Schreiben, das völlig offensichtlich in keinerlei Zusammenhang mit ihren ehemaligen Patienten und Yogaschülern steht, reichte sie wider besseres Wissen und trotz Richtigstellung durch die Betroffenen immer wieder bei weiteren Gerichtsprozessen, die ihre ehemaligen Patienten und Yogaschüler wegen verschiedener Arztrechtsverletzungen u.a. gegen sie führten, ein, um diese aufgrund dieses „Beweises“ als von Heinz Grill gegen sie aufgehetzte Sektenmitglieder zu diffamieren.

Die Parallele zur Katholischen Kirche ist deutlich: diese postuliert in Bezug auf Glaubensfragen ebenfalls einen Alleinanspruch auf Wahrheit. Das, was der Papst als wahr und richtig bewertet, ist unfehlbar und wird zum Dogma erhoben, und der Gläubige hat dies zu glauben. Schon nur der Zweifel daran zieht die Exkommunikation nach sich.3 Es werden hier die Kriterien für Wahrheit ausgetauscht: Wahrheit wird nicht nach den vorliegenden Tatsachen bestimmt, sondern allein nach demjenigen, der die Macht hat, und wie es diesem genehm ist. Diese Macht wird unter Berufung auf eine göttliche, d.h. über allen Menschen stehende Instanz, legitimiert. Auch bei den beiden Journalisten, die den obengenannten SZ-Artikel verfassten, klingt in dem nachfolgenden Podcast4 eine ähnliche Haltung an: sie sehen bei sich die Deutungshoheit über die Wahrheit, indem sie sich über eine „Gegenöffentlichkeit“ beklagen, die ihrer Ansicht nach alles mögliche Unwahres behaupten könne, weil sie nicht überprüft werde. Damit suggerieren sie, dass gegenüber dem SZ-Artikel anderslautende Veröffentlichungen unwahr seien. In gleicher Weise liegt hier wieder das Verhältnis vor, dass die Zeitung durch eine große Zahl von Käufern und Abonnenten eine Machtposition inne hat und die sogenannte „Gegenöffentlichkeit“ mit dieser nicht aufwarten kann. Die Wahrheit bestimmt sich also nicht aufgrund von Tatsachen und sachlichen Bezügen, sondern die Wahrheit wird von dem bestimmt, der die Macht hat.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass die Ärztin Christine B. – aufgrund ihrer ärztlichen Tätigkeit in bestem Wissen über deren eigenes Verfolgungsinteresse insbesondere gegen Heinz Grill – gerade zum Sektenreferenten und zum Sektenkommissar Harry B. ging und sich als Sektenopfer inszenierte. Konnte sie sich doch hier genau mit den Personen verbünden, die das gleiche Verständnis von Wahrheit in Verbindung mit Machtinteresse haben wie sie: wahr ist, was man nach eigenem Gutdünken zur Wahrheit erklärt. Tatsachen haben hier nichts zu sagen. Erschreckend ist umso mehr, dass Christine B. bis heute als höchst glaubwürdig gilt.

Interessant ist diesbezüglich auch der Artikel „Warum wir lernten, die Wahrheit zu ignorieren“ auf https://kenfm.de/warum-wir-lernten-die-wahrheit-zu-ignorieren/, der sich mit dem Phänomen der subjektiven Wahrheit und dem Ignorieren einer objektiven Wahrheit auseinandersetzt.


1Vgl. hierzu Ziffer 1 und 2 im Pressekodex unter https://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/#panel-ziffer_2____sorgfalt, Stand: 13.7.2019.

2Siehe hierzu die sehr informative Publikationsreihe „nr-Werkstatt“ des Vereins Netzwerk Recherche e.V. auf https://netzwerkrecherche.org/handwerk/nr-werkstatt/, insbesondere Ausgaben Nr. 1, 16 und 19, Stand 13.7.2019.

3Siehe hierzu: „Die kirchenamtliche, geistliche Unfehlbarkeit bezieht sich nur auf als letztgültig (unwiderruflich) proklamierte Lehrentscheidungen in Glaubens- oder Sittenfragen. Sie wurde mit der dogmatischen Konstitution Pastor Aeternus auf dem Ersten Vatikanischen Konzil am 18. Juli 1870 unter Papst Pius IX. selbst als (unfehlbarer) Glaubenssatz verkündet. Die Definition lautet: ‚Zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung, unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. Wenn sich jemand — was Gott verhüte — herausnehmen sollte, dieser unserer endgültigen Entscheidung zu widersprechen, so sei er ausgeschlossen.‘“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Päpstliche_Unfehlbarkeit, Stand: 13.7.2019)

4Siehe unter: www.sueddeutsche.de/thema/Das_Thema unter dem Titel „Der Guru: ein Kriminalfall und dessen Recherche“, 31.5.2019.

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Psychische Strukturen des Einzelnen und ihr Einfluss auf die Gesundheit anderer

Der Mensch ist einerseits ein individuelles Wesen und andererseits steht er in Beziehung mit anderen Menschen. Die psychischen Strukturen einer Person haben deshalb nicht nur Auswirkungen auf diese selbst, sondern sie führen immer auch Wirkungen, sei es mehr förderlicher, aufbauender Art oder mehr abbauender, abträglicher Art, auf die psychischen und in der Folge gesundheitlichen Verhältnisse von anderen herbei. Weiterlesen

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Irreführung der Öffentlichkeit: eine Steigerung zum Justizskandal um Gustl Mollath

Der von den SZ-Journalisten in dem Podcast „Der Guru: ein Kriminalfall und dessen Recherche“ vom 31.5.20191 so bezeichnete „Kriminalfall“ ist vergleichbar mit dem Fall von Gustl Mollath und, ich würde sagen, sogar noch weitaus schwerwiegender. Es ist deutlich spürbar, dass hier ein Justizskandal größten Ausmaßes stattfindet, bei dem vorliegende Tatbestände und Tatsachen durch die von Christine B. wider besseres Wissen behauptete Verfolgung ihrer Person durch eine Sekte vertuscht werden sollen.

Die Ärztin Christine B. hat schon in den von ihr geleiteten Yogalehrerausbildungen die Teilnehmer in die Irre geführt. Sie führte auch die Justiz in die Irre. Sie akzeptierte nicht, dass ihre Patienten und Schüler sich von ihr verabschiedeten und bezeichnete sich von da an als Aussteigerin einer spirituellen Gruppe bzw. Sekte. Damit brachte sie die Realität in eine vollkommene Umkehrung2.

Heute findet darüber hinaus ein Kampf um die Öffentlichkeit statt. Die Öffentlichkeit soll ebenfalls in die Irre geführt werden. Weiterlesen

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Lüge und Diffamierung und ihre Wirkung auf das Beziehungsleben am Beispiel des SZ-Artikels „Der Guru“

Der am 13./14.04.2019 in der SZ erschienene Zeitungsartikel ist in seiner Darstellung komplett einseitig, beruht fast ausschließlich auf Falschangaben1 und hat offensichtlich als einziges Ziel, den guten Ruf von Heinz Grill und den von ihm entwickelten Yogaweg zu vernichten. Er liest sich wie eine Sammlung aller erdenklichen Klischees zur Errichtung eines perfekten Sektenbildes, wird raffiniert wie eine Science Fiction Kurzgeschichte serviert und mit comichaften Bildern garniert, um den Lesern auf der einen Seite Entertainment zu bieten, aber in erster Linie um auf suggestive Weise ein Klima der Angst zu erzeugen: die Angst vor einem Abgleiten in die Fänge einer „gefährlichen Sekte“! Der ganze Artikel basiert auf den von Christine B. erhobenen, und von deren Rechtsnachfolgern weitergeführten, falschen und verleumderischen Beschuldigungen einer sie verfolgenden Sekte.

Es ist mit dieser Veröffentlichung nicht nur ein Verlust der ethischen Werte des Journalismus – Streben nach Wahrheit, eine möglichst objektive Darstellung und die Wahrung der Würde des Menschen – gegeben, sondern auch eine weitreichende Störung des Beziehungslebens verbunden… Weiterlesen…

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Rufmord in der Süddeutschen Zeitung?

Qualitäts-Journalismus adé?

In der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 13./14.4.2019 erschien ein Artikel mit dem reißerischen Titel auf Seite eins: „ANGST UND YOGA Seit Jahren führt eine fanatische Yoga-Gruppe Justiz und Polizei vor > Buch Zwei“. Der eigentliche Artikel ist dann mit dem Titel „Der Guru“ überschrieben. Jegliche journalistische Standards werden darin von den beiden Verfassern, den Journalisten Julius Heinrichs und Ralf Wiegand, mit Füßen getreten. Es wurde weder ordentlich recherchiert, noch erfolgt eine wahrheitsgemäße Darstellung, was grundlegend für einen qualitativ hochwertigen Journalismus wäre. Der ganze Artikel strotzt nur so von falschen Tatsachenangaben, stellt falsche Zusammenhänge her und wimmelt von Mutmaßungen und Anschuldigungen ohne Tatsachengrundlage. Darüber hinaus bedienen sich die beiden Autoren sozusagen als Umrahmung des gesamten Artikels sämtlicher Sektenklischees, wohl um beim Leser emotional Stimmung zu machen. Das Ganze ist mit zahlreichen Zeichnungen von Peter M. Hoffmann in einem düsteren comicartigen Stil garniert, unter anderem mit einer Waschmaschine, in der man einige Gehirne liegen sieht. Das soll wohl eine bildliche Darstellung für Gehirnwäsche sein. Weiterlesen

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Gedicht: Gerechtigkeit

Folgendes Gedicht, das ich gerne an dieser Stelle veröffentliche, wurde mir von W.W. zugesendet:

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Sektenverfolgung mit Todesfolge: Abschiedsbrief von Klaus O.

Die skandalöse und erschütternde Diskriminierungs- und Verfolgungskampagne, die seit einigen Jahren durch Mitglieder der Münchner Millionärs-Familie B. im Zusammenwirken mit dem Kriminalhauptkommissar Harry B., mit Justiz und Kirche betrieben wird, hat im Dezember 2018 zum Tod von Klaus O. geführt.

Klaus O. hat einen Abschiedsbrief hinterlassen, aus dem sehr deutlich hervorgeht, weshalb ihm keine andere Möglichkeit blieb, als in den Tod zu gehen. Ich möchte ihn hier mit einigen Zitaten selbst zu Wort kommen lassen. Weiterlesen


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